15. Juli 2026 · Von der Logisticoo Fachredaktion, fachlich verantwortlich Koray Yalcindag
Stückgut oder Teilladung? Der Vergleich
Als Faustregel gilt: Bis etwa fünf bis sechs Paletten ist der Stückgut- bzw. Sammelgutversand meist am günstigsten, ab rund sechs bis fünfzehn Paletten wird die Teilladung (LTL) wirtschaftlicher, und ab etwa 15 bis 18 Paletten lohnt sich die Komplettladung (FTL). Entscheidend sind aber nicht nur die Palettenzahl, sondern auch Laufzeit, Umschlagrisiko und Termindruck. Dieser Ratgeber zeigt, wann welche Transportart die richtige Wahl ist.
Der Unterschied in einem Satz
Sammelgut/Stückgut bündelt viele kleine Sendungen unterschiedlicher Versender auf einem Fahrzeug. Die Ware läuft über Umschlaghallen (Hubs), wird dort mehrfach umgeschlagen und erst auf der letzten Meile verteilt. Teilladung (LTL, Less than Truck Load) nutzt einen Teil des Laderaums, fährt aber deutlich direkter — oft ohne oder mit nur wenigen Zwischenstopps und ohne klassischen Hallenumschlag.
Vergleich der beiden Transportarten
| Kriterium | Stückgut / Sammelgut | Teilladung (LTL) |
|---|---|---|
| Typische Sendungsgröße | 1–6 Paletten | ca. 6–18 Paletten / bis ~halber Lkw |
| Preisbildung | pro Palette / Stellplatz | pro Ladung, nach genutztem Lademeter |
| Laufzeit | länger (Hub-Umschlag, feste Linientage) | kürzer, direkter |
| Umschlagrisiko | höher (mehrfaches Handling) | gering (kaum Umschlag) |
| Preis pro Palette | niedrig bei wenigen Paletten | niedrig bei vielen Paletten |
| Ideal für | wenige, robuste, unkritische Sendungen | größere, empfindliche oder eilige Sendungen |
Ab welcher Palettenzahl lohnt sich der Wechsel?
Die Kostenkurven kreuzen sich: Beim Stückgut zahlen Sie pro Palette, sodass die Kosten mit jeder weiteren Palette linear steigen. Bei der Teilladung zahlen Sie im Kern für die Fahrt — ob acht oder zwölf Paletten an Bord sind, ändert den Preis nur wenig. Deshalb kippt das Verhältnis mit steigender Palettenzahl.
| Sendungsgröße | Meist wirtschaftlichste Wahl |
|---|---|
| 1–5 Paletten | Stückgut / Sammelgut |
| 6–14 Paletten | Teilladung (LTL) |
| ab ca. 15–18 Paletten | Komplettladung (FTL) |
Wann Sie trotz weniger Paletten zur Teilladung greifen sollten
- Empfindliche Ware: Jeder Umschlag im Hub ist ein Schadensrisiko. Direktfahrten vermeiden das Handling komplett.
- Termindruck: Sammelgut folgt festen Linientagen. Muss die Ware schnell und taggenau ankommen, ist die Teilladung planbarer.
- Hoher Warenwert: Weniger Berührungspunkte bedeuten weniger Diebstahl- und Verwechslungsrisiko.
- Sperrige oder nicht stapelbare Güter: Diese blockieren im Sammelgut oft mehrere Stellplätze — dann ist die Teilladung nach Lademetern fairer kalkuliert.
Und die Komplettladung (FTL)?
Wächst die Sendung über etwa 15 bis 18 Paletten oder füllt sie den Laderaum nahezu aus, ist die Komplettladung (FTL) die logische Fortsetzung: Ein Fahrzeug fährt exklusiv Ihre Ware direkt von A nach B, ohne jeden Umschlag und mit der kürzesten möglichen Laufzeit. Der Preis pro Palette ist dann am niedrigsten, weil sich die Fahrtkosten auf die maximale Ladungsmenge verteilen. Faustregel: Sobald ein zweites Teilladungs-Fahrzeug nötig würde, lohnt fast immer die Prüfung der Komplettladung.
Und die Laufzeit?
Sammelgut ist über Umschlaghallen organisiert und braucht dadurch in der Regel ein bis mehrere Tage länger als eine Teilladung, die direkter läuft. Wer die Laufzeit fest einplanen muss, sollte das bei der Wahl der Transportart bedenken. Details zu beiden Varianten finden Sie auf unseren Seiten Stückgut- & Sammelgutversand und Teilladung & Komplettladung.
Fazit
Zählen Sie Ihre Paletten und gewichten Sie Termindruck sowie Empfindlichkeit der Ware. Wenige, robuste Sendungen fahren günstig im Sammelgut; sobald es viele Paletten, enge Termine oder heikle Güter sind, gewinnt die Teilladung. Im Zweifel liefert der Tarifrechner in wenigen Sekunden eine Orientierung für Ihre konkrete Strecke.